Künstliche Intelligenz verändert, wie Unternehmen verkaufen, kommunizieren und interne Prozesse organisieren. Doch zwischen einem ersten Versuch mit ChatGPT und einer verlässlichen Anwendung im Betrieb liegen oft erhebliche Hürden: fehlendes Wissen, unklare Zuständigkeiten und die Anforderungen des EU AI Act.
Mit Agent AI wollen drei österreichische Unternehmer an genau diesem Punkt ansetzen. Chris Steiner, Philipp Kuhn und Luis Zauchner verbinden unternehmerische Erfahrung, Vertriebskompetenz und technisches Know-how. Ihr Anspruch ist, KI nicht nur zu erklären, sondern für Unternehmen und ihre Mitarbeiter im Alltag nutzbar zu machen.
Drei Köpfe, eine Mission: KI soll endlich im Unternehmensalltag ankommen
Chris Steiner beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, wie neue Technologien Geschäftsmodelle transformieren. Philipp Kuhn bringt langjährige Erfahrung in Verkauf, Kommunikation und der Ausbildung von Vertriebsteams mit. Luis Zauchner entwickelt Software und KI-gestützte Prozesse. Aus diesen unterschiedlichen Hintergründen ergibt sich die einzigartige Idee hinter Agent AI: Wer KI erfolgreich nutzen will, benötigt sowohl geschulte Menschen als auch funktionierende Anwendungen.
Das Angebot soll deshalb weit über einen herkömmlichen Onlinekurs hinausgehen. Neben KI-Schulungen stehen praktische Automationen, persönliche Gespräche und der Zugang zu ausgebildeten KI-Fachkräften im Mittelpunkt. Dazu bietet Agent AI eine Plattform an, über die Unternehmen bestimmte Workflows möglichst einfach selbst anstoßen können.
Chris Steiner: Warum KI ohne unternehmerische Strategie wenig bringt

Für Chris Steiner liegt die größte Chance künstlicher Intelligenz nicht allein in niedrigeren Kosten. Neue Werkzeuge könnten Beschäftigte von Routinearbeiten entlasten und Unternehmen ermöglichen, vorhandene Ressourcen wirksamer einzusetzen. Bereits in einem vergangenen Interview mit dem LeaderMagazin beschäftigte er sich mit diesem Wandel und seiner Bedeutung für Führungskräfte.
Über die Zusammenarbeit mit Zauchner sagt Steiner:
„Für mich ist Luis das KI-Wunderkind Österreichs. Ich habe in meiner Laufbahn mit vielen Talenten gearbeitet, aber so etwas habe ich noch nie gesehen. Luis atmet einmal durch, und eine Arbeit, für die andere zwei Wochen brauchen, ist fertig. Genau diese Geschwindigkeit wird über die Zukunft von Unternehmen entscheiden. Wer KI jetzt nicht nutzt, arbeitet bald gegen Leute wie ihn. Und das Rennen ist schon verloren.“ – Chris Steiner – CEO und Founder – Agent AI
Ohne klare Ziele bleibt selbst leistungsfähige KI ein Experiment. Entscheidend ist, welchen betrieblichen Prozess sie tatsächlich verbessert.
Philipp Kuhn: Im Vertrieb entscheidet künftig mehr als Verkaufstalent
Philipp Kuhn arbeitet als Sales-Coach und Mentor. Er kennt die Anforderungen eines Vertriebsteams: Anfragen müssen eingeordnet, Kundengespräche vorbereitet und Kontakte systematisch betreut werden. Gerade hier können Automationen Arbeit abnehmen, ohne die persönliche Beziehung zum Kunden zu ersetzen.
Seine Einschätzung fällt entsprechend deutlich aus:
„Ich habe mein Leben lang Verkäufer ausgebildet, und ich sage heute ganz klar: KI ersetzt keine Menschen, aber Menschen mit KI ersetzen die ohne. Bei Luis habe ich gesehen, was passiert, wenn jemand Vertriebsgespür mit KI verbindet. Er erledigt allein, wofür andere ein ganzes Team brauchen. Das ist die Zukunft jedes Vertriebs.“ – Philipp Kuhn – CEO und Founder – Agent AI
Für Agent AI ist diese Perspektive besonders wichtig: Eine technisch beeindruckende Lösung bringt wenig, wenn Mitarbeiter sie nicht anwenden und Kunden keinen Mehrwert erkennen. Vertriebskompetenz hilft dabei, den tatsächlichen Bedarf zu verstehen.
Luis Zauchner: Wie aus einer Lebenskrise ein Technologieunternehmer wurde

Der dritte Partner steht für die technische Seite. Luis Zauchner gründete mit POZA-KI ein Softwareunternehmen und entwickelte weitere digitale Produkte. Sein beruflicher Weg begann unter schwierigen gesundheitlichen Umständen. Er beschreibt diese Zeit und seinen Antrieb mit einem ungewöhnlich persönlichen Statement:
„Mit 15 war ich ÖSV-Kaderläufer, dann kam der Impfschaden. Drei Jahre lag ich im Bett, mit 50 Prozent Behinderung, und niemand hat mir mehr einen normalen Job zugetraut. Also habe ich mir mit KI alles selbst beigebracht. Heute baue ich mit Chris Steiner und Philipp Kuhn Agent AI auf. Von 50 Prozent behindert bis nach ganz oben. Die KI-Welle rollt gerade auf uns zu, und wer jetzt nicht lernt, sie zu reiten, wird von ihr überrollt. Jeder Monat, den man wartet, ist ein Monat, den die Konkurrenz voraus ist.“ – Luis Zauchner – CEO und Founder – Agent AI
Zauchners Werdegang zeigt eindrucksvoll, wie sich technische Fähigkeiten außerhalb einer klassischen Informatikausbildung entwickeln lassen. Für Agent AI soll dieses Wissen in verständliche Lernangebote und praktische Softwarelösungen einfließen.
EU AI Act: Warum Nichtstun für Unternehmen keine gute Strategie ist
Der rechtliche Rahmen ist ein weiterer Teil des Geschäftsmodells von Agent AI. Seit Februar 2025 sieht Artikel 4 des EU AI Act Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz für Anbieter und Betreiber von KI-Systemen vor. Unternehmen sollen dabei berücksichtigen, welche Kenntnisse Mitarbeiter mitbringen, wofür Systeme verwendet werden und welche Menschen von deren Einsatz betroffen sind.
Die seit Juli 2026 geltende Neufassung verlangt jedoch weder ein garantiertes Wissensniveau jeder einzelnen Person noch einen pauschalen Zertifikatsabschluss. Die Europäische Kommission erläutert, dass auch interne Aufzeichnungen über geeignete Schulungsmaßnahmen sinnvoll sein können. Höchstbußgelder von bis zu 35 Millionen Euro sind möglich bei verbotenen KI-Praktiken.
1.450 Absolventen und 200 Unternehmen: Was Agent AI bereits erreicht hat
Agent AI will genau diese zwei Anforderungen verbinden: Mitarbeiter qualifizieren und anschließend Prozesse verbessern. Mehr als 1.450 Absolventen sowie rund 200 betreute Unternehmen werden vom Unternehmen betreut. Sogar eine TÜV-Zertifizierung ist erwerbbar.
Für ein mittelständisches Unternehmen könnte ein erster Anwendungsfall im Vertrieb liegen: Anfragen werden erfasst, nach Themen sortiert und als Antwortentwurf vorbereitet. Ein Mitarbeiter kontrolliert den Vorschlag und entscheidet über den Versand. Vergleichbare Abläufe sind in Buchhaltung, Kundenservice oder Verwaltung denkbar. Unser Beitrag über ChatGPT im Unternehmen zeigt, warum dabei klare Regeln und menschliche Kontrolle erforderlich sind.
Weniger Routine, mehr Produktivität: Wo KI-Agenten wirklich helfen können
Ein weiterer Bestandteil des Konzepts von Agent AI ist die Ausbildung und Bereitstellung beziehungsweise Vermittlung von KI-Profis für Unternehmen. Damit adressiert Agent AI Firmen, die zwar Automatisierungspotenzial erkennen, aber nicht über ausreichend internes Know-how verfügen. Gleichzeitig sollen verständliche Workflows ermöglichen, Aufgaben ohne umfangreiche Programmierkenntnisse selbst anzustoßen.
Wer eine solche Lösung einführt, sollte mit einem messbaren Pilotprojekt beginnen. Welche Arbeitsschritte wiederholen sich? Wie viel Zeit beanspruchen sie? Wer ist für Freigaben verantwortlich? Der LeaderMagazin-Beitrag zur Digitalisierung und KI im Mittelstand beschreibt ähnliche Herausforderungen. Wirtschaftlicher Nutzen entsteht erst, wenn Prozesse, Daten und Zuständigkeiten zusammenpassen.
Die entscheidende Frage: Wie viel Potenzial lässt Ihr Unternehmen heute liegen?
Der Ansatz des Gründerteams lässt sich auf drei Fragen reduzieren: Wo braucht ein Betrieb KI-Kompetenz? Welche Aufgaben lassen sich sinnvoll automatisieren? Und wer setzt die Lösung dauerhaft um? Agent AI will diese Fragen in persönlichen Gesprächen mit den Verantwortlichen klären und darauf aufbauend Schulungen, Workflows oder passende Fachkräfte anbieten.
Unternehmen, die eine KI-Schulung planen oder konkrete Automatisierungsmöglichkeiten prüfen möchten, finden unter agentai-start.com den Kontakt zum Anbieter. Die entscheidende Messgröße ist dabei nicht die Zahl eingesetzter KI-Tools, sondern das Ergebnis im Arbeitsalltag.
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