Die Preisentwicklung von Unternehmenssoftware ist ein entscheidender Faktor für die IT-Kosten vieler Unternehmen. Besonders die Preisgestaltung von IBM-Software steht im Fokus vieler Unternehmen, da sie sich in den letzten Jahren deutlich von der allgemeinen Inflationsentwicklung abgekoppelt hat. Die aktuelle Untersuchung zur IBMflation zeigt, dass die Preise für IBM-Software überproportional steigen und damit eine zunehmende wirtschaftliche Herausforderung darstellen.
Preisentwicklung von IBM-Software im Vergleich zur Inflation
Laut der aktuellen IBMflation 2025-Analyse sind die Preise für IBM-Software seit 2022 um 50,8 % gestiegen, während die allgemeine Inflation in Deutschland im selben Zeitraum lediglich um 12,3 % zunahm. Dies verdeutlicht eine starke Diskrepanz zwischen den Preisanpassungen des Unternehmens und den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Während in den sieben Jahren vor 2022 die jährlichen Preissteigerungen für IBM-Software noch bei moderaten 3 % lagen, gab es in den Jahren 2023 und 2024 massive Erhöhungen von 24 % bzw. 6 %. Für das Jahr 2025 wird erneut eine Steigerung um 6 % prognostiziert.
Ein Blick auf die letzten zehn Jahre zeigt ebenfalls, dass IBM seine Softwarepreise weit über die allgemeine Inflationsrate hinaus angepasst hat. Während die deutsche Inflation von 2014 bis 2024 auf 129,5 % anstieg und die US-Inflation auf 138,3 %, erhöhte sich das Preisniveau für IBM-Software im selben Zeitraum auf 179,9 %. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass IBM eine aggressive Preispolitik verfolgt, die sich deutlich von der allgemeinen wirtschaftlichen Lage abhebt.
Auswirkungen auf deutsche Unternehmen
Die steigenden Softwarepreise haben weitreichende wirtschaftliche Folgen für deutsche Unternehmen. IBM-Software wird in vielen kritischen Bereichen eingesetzt, darunter Finanzwesen, Industrie und öffentliche Verwaltung. Die stetig steigenden Preise erhöhen die Betriebskosten und wirken sich auf die Wettbewerbsfähigkeit aus. Unternehmen sind gezwungen, höhere IT-Budgets einzuplanen, was häufig zulasten anderer Investitionen geht. Dies kann langfristig Innovationsprozesse bremsen und die Digitalisierung verteuern.
Darüber hinaus fließen durch die steigenden Softwarekosten jährlich Milliardenbeträge aus Deutschland in die USA, da nicht nur IBM, sondern auch andere große US-Softwareanbieter wie Microsoft, Oracle und Adobe ähnliche Preisanpassungen vornehmen. Diese Kapitalabflüsse könnten deutsche Unternehmen zusätzlich belasten und die wirtschaftliche Stabilität beeinflussen.
Ein zusätzlicher Faktor ist der Wechselkurs. Der aktuelle EUR/USD-Kurs von 1,03 führt dazu, dass deutsche Unternehmen durch die steigenden IBM-Preise noch stärker belastet werden. Da IBM seine Preise in US-Dollar kalkuliert, müssen Unternehmen in Europa mit zusätzlichen Kosten rechnen, wenn der Euro schwächelt.
IBM-Strategie und globale Marktentwicklung
Die Analyse der IBMflation zeigt auch, dass IBM eine gezielte Strategie verfolgt, um seine Margen zu sichern. Im Jahr 2024 erzielte IBM einen Umsatz von 62,8 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn von 6,0 Milliarden US-Dollar. Der Aktienkurs des Unternehmens hat sich seit Anfang 2022 nahezu verdoppelt, was auf eine erfolgreiche Profitabilitätssteigerung hindeutet. Allerdings ging der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr von 7,5 Milliarden US-Dollar auf 6,0 Milliarden US-Dollar zurück, was darauf hindeutet, dass IBM verstärkt auf Preisanpassungen setzt, um Margeneinbußen auszugleichen.
Ein weiteres strategisches Element ist die Reduzierung der Margen für Vertriebspartner im Bereich Wartung und Updates um ein Drittel. Diese Maßnahme könnte kurzfristig die Profitabilität von IBM steigern, aber langfristig die Motivation der Vertriebspartner senken, IBM-Produkte aktiv zu vermarkten.
IBM-Softwarepreise und Inflation: Handlungsfelder für IT und Einkauf
| Aspekt | Wichtige To-Dos |
|---|---|
| Preisentwicklung und Budgetrisiko | Prüfen Sie jährliche Anpassungen je Produktlinie und modellieren Sie Mehrkosten über drei Jahre, damit Budgeteffekte früh sichtbar werden. |
| Lizenzmodell und Nutzung | Validieren Sie, welche Nutzungsmetriken preisrelevant sind, und reduzieren Sie ungenutzte Kapazitäten, um Kosten ohne Funktionsverlust zu senken. |
| Wartung, Support und Partnerlandschaft | Klären Sie, wie Wartung, Updates und Partnerkonditionen in den Gesamtpreis einfließen, damit versteckte Kostenbestandteile transparent werden. |
| Wechselkurs und Vertragswährung | Sichern Sie Währungsrisiken über klare Vertragsklauseln und interne Absicherung ab, wenn Preise oder Abrechnung an US-Dollar gekoppelt sind. |
| Verhandlungsstrategie und Alternativen | Bündeln Sie Volumen, definieren Sie Zielkorridore und prüfen Sie technische Alternativen, um Verhandlungsmacht zu erhöhen und Abhängigkeiten zu reduzieren. |
Fazit – IBM-Softwarepreise
Die IBMflation 2025-Analyse zeigt, dass die Preise für IBM-Software weiterhin überproportional zur allgemeinen Inflation steigen. Dies stellt eine wachsende finanzielle Belastung für Unternehmen dar, die IBM-Software nutzen. Die strategischen Entscheidungen von IBM deuten darauf hin, dass Preissteigerungen nicht nur durch externe wirtschaftliche Faktoren bestimmt werden, sondern auch durch interne Unternehmensstrategien. Für viele Unternehmen bleibt die Frage, wie sie mit den steigenden Softwarekosten umgehen und welche Alternativen es gibt, um langfristig wirtschaftlich effizient zu sein.
Häufig gestellte Fragen zum Thema „IBM-Softwarepreise und Inflation“
Welche internen Daten sollten Sie vor Preisgesprächen sammeln, um belastbar zu verhandeln?
Sinnvoll sind ein aktuelles Lizenzinventar, reale Nutzungsdaten, Vertragslaufzeiten, Supportstufen und die Kostenentwicklung der letzten Jahre. Ergänzen Sie Abhängigkeiten in kritischen Systemen sowie geplante Projekte. So erkennen Sie, welche Produkte unverzichtbar sind und wo Optimierung möglich ist, bevor Sie in Verhandlungen gehen.
Wie können Sie Währungsrisiken steuern, wenn Abrechnung oder Preislogik an US-Dollar hängt?
Prüfen Sie zunächst, ob der Vertrag feste Umrechnungsmethoden oder Anpassungslogiken enthält. Intern helfen Budgetpuffer, Szenariorechnungen und eine klare Zuständigkeit zwischen IT, Einkauf und Finance. Zusätzlich können Sie Zahlungszeitpunkte, Laufzeiten und Preisfixierungen so gestalten, dass Kursschwankungen weniger stark auf die Gesamtkosten wirken.
Welche Vertragsklauseln sind bei wiederkehrenden Preisanpassungen besonders wichtig?
Achten Sie auf klare Regeln zu Preiserhöhungen, etwa Zeitpunkt, Berechnungsbasis und Informationsfristen. Wichtig sind zudem Optionen für Teilkündigungen, Anpassungen bei Nutzungsrückgang sowie definierte Leistungen im Support. So behalten Sie Steuerungsmöglichkeiten, wenn sich Rahmenbedingungen ändern oder Produkte nicht mehr im geplanten Umfang genutzt werden.
Wie erkennen Sie Einsparpotenziale, ohne die Betriebsstabilität zu gefährden?
Beginnen Sie mit Bereichen, die wenig Risiko tragen, etwa stillgelegte Umgebungen, Doppelinstallationen oder nicht genutzte Module. Prüfen Sie dann Supportstufen, Testsysteme und Lastprofile. Entscheidend ist ein kontrollierter Prozess mit Freigaben, Dokumentation und Rollback-Plänen, damit Optimierung nicht zu Ausfällen oder Complianceproblemen führt.
Wann ist eine technische Alternative realistisch, und wie vermeiden Sie teure Fehleinschätzungen?
Alternativen sind realistisch, wenn Schnittstellen dokumentiert sind, Datenmigration planbar ist und die Zielplattform die notwendigen Betriebsanforderungen erfüllt. Starten Sie mit einer Machbarkeitsanalyse und einem Pilot für eine klar abgegrenzte Anwendung. Bewerten Sie neben Lizenzkosten auch Betriebsaufwand, Skills, Migration, Risiken und vertragliche Abhängigkeiten.
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