| Geschätztes Vermögen | bis zu 800 Millionen Euro, nicht bestätigt |
| Wohnort | London |
| Geburtsdatum | 22. November 1976 (49 Jahre alt) |
| Geboren in | Rahden, Ostwestfalen, Deutschland |
| Nationalität | Deutsch |
| Familienstand | verheiratet mit Tatjana Windhorst |
| Beruf | Unternehmer und Investor |
| Mitbegründer | Sapinda Group, später Tennor |
| Frühere Beteiligung an Hertha BSC | zuletzt 64,7 Prozent, 2023 an 777 Partners verkauft |
Lars Windhorst wurde bereits als Jugendlicher zu einem der bekanntesten deutschen Unternehmer. Im Alter von nur 16 Jahren gründete der Ostwestfale sein erstes Unternehmen und erzielte mit dem Handel von Elektronik und Computerbauteilen schnell hohe Umsätze.
Später folgten zahlreiche Beteiligungen, Finanzierungen und internationale Investments. Gleichzeitig war Windhorsts Karriere immer wieder von Insolvenzen, Gerichtsverfahren und Auseinandersetzungen mit Gläubigern geprägt.
Das Lars-Windhorst-Vermögen wurde früher auf bis zu 800 Millionen Euro geschätzt. Ob diese Summe 2026 noch realistisch ist, erscheint jedoch äußerst fraglich. Die zentrale Tennor Holding wurde 2025 von einem Amsterdamer Gericht für insolvent erklärt. Zuletzt veröffentlichte Unterlagen wiesen Verbindlichkeiten von rund drei Milliarden Euro aus.
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
Wie reich ist Lars Windhorst wirklich?
Das Vermögen von Lars Windhorst lässt sich kaum zuverlässig berechnen. Seine Unternehmensstruktur bestand aus zahlreichen Holdinggesellschaften, Beteiligungen, Darlehen und schwer bewertbaren Vermögenswerten.
Für ein früher sehr hohes Vermögen sprechen:
- internationale Beteiligungen und Finanzierungen,
- Investments in Unternehmen und Immobilien,
- der frühere Besitz der Luxusmarke La Perla,
- Finanzierungen in Milliardenhöhe sowie
- wertvolle Kunst- und Sachwerte.
Dem stehen erhebliche Schulden, Insolvenzen und Rechtsstreitigkeiten gegenüber. Tennor lieh sich über Jahre Milliardenbeträge von Investoren und steckte das Kapital in schwer verkäufliche Beteiligungen. Die Holding veröffentlichte seit 2020 keine regulären Jahresabschlüsse mehr.
Ein Vermögen von 800 Millionen Euro kann deshalb nicht als gesicherter aktueller Wert übernommen werden. Es ist möglich, dass Windhorsts Verbindlichkeiten und Verpflichtungen einen großen Teil seiner verbliebenen Vermögenswerte aufzehren.
Wie wichtig die Unterscheidung zwischen Beteiligungswert, Schulden und persönlichem Nettovermögen ist, erklärt auch der Beitrag darüber, ab welchem Vermögen man in Deutschland als reich gilt.
Vom Schüler zum Jungunternehmer
Lars Windhorst wurde am 22. November 1976 in Rahden geboren. Bereits als Kind wollte er Unternehmer werden. Als Jugendlicher schrieb er Software und setzte Computer aus günstigen Einzelteilen zusammen.
Die Geräte verkaufte er über das Geschäft seines Vaters. Beim Zusammenbau sollen ihm zeitweise Mitschüler geholfen haben.
1993 gründete Windhorst mit nur 16 Jahren die Windhorst Electronics GmbH. Da er noch minderjährig war, mussten seine Eltern Verträge mitunter für ihn unterzeichnen.
Das Unternehmen importierte elektronische Komponenten und Computerteile aus Asien und verkaufte diese in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Innerhalb kurzer Zeit beschäftigte Windhorst Dutzende Mitarbeiter und erzielte hohe Umsätze.
Sein schneller Aufstieg machte ihn zum medial gefeierten „Wirtschaftswunderkind“. Er nahm bereits als Jugendlicher am Weltwirtschaftsforum in Davos teil und wurde sogar vom damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl auf Auslandsreisen mitgenommen.
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
Expansion nach Asien
1995 gründete Windhorst in Hongkong die Windhorst Asia Pacific Holding. Von dort aus baute er seine Geschäfte in China und Südostasien weiter aus.
Neben Elektronik investierte seine Gruppe zunehmend in Handel, Industrie, Immobilien und Finanzdienstleistungen. Die Asienkrise von 1997 und 1998 belastete das Geschäft jedoch erheblich.
Windhorst reagierte mit einer Neuorientierung und gründete im Jahr 2000 die Windhorst New Technologies AG. Das Unternehmen sollte in Technologie- und Internetfirmen investieren und später an die Börse gebracht werden.
Nach dem Platzen der Dotcom-Blase und der wirtschaftlichen Krise kam der geplante Börsengang nicht zustande. Im Jahr 2003 mussten Windhorst und mehrere Gesellschaften Insolvenz anmelden.
Neuanfang mit Sapinda und Tennor
Trotz der Insolvenz kehrte Windhorst schnell in die Finanzwelt zurück. 2004 wurde er Mitbegründer der Investmentgruppe Sapinda.
Die Gesellschaft stellte Unternehmen Eigen- und Fremdkapital zur Verfügung und beteiligte sich an Geschäften aus den Bereichen Rohstoffe, Landwirtschaft, Medien, Technologie, Immobilien und Finanzdienstleistungen.
Nach weiteren wirtschaftlichen Problemen während der Finanzkrise wurde die Gruppe neu strukturiert. Sapinda Holding wurde 2019 in Tennor Holding umbenannt. Der Name wird daher mit zwei „n“ geschrieben.
Tennor investierte unter anderem in:
- die Luxusdessous-Marke La Perla,
- die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft,
- Film- und Medienunternehmen,
- Rohstoff- und Bergbauprojekte sowie
- Hertha BSC.
Die Gruppe finanzierte viele Beteiligungen mit geliehenem Kapital. Genau diese hohe Verschuldung entwickelte sich später zu einem zentralen Problem.
Die Insolvenz der Tennor Holding
Im Juni 2025 erklärte ein Gericht in Amsterdam die niederländische Tennor Holding für insolvent. Antragsteller waren die niederländischen Steuerbehörden, die eine offene Forderung von rund 5,3 Millionen Euro geltend machten.
Die Holding hatte zuvor Milliarden von Investoren aufgenommen. In nicht testierten Unterlagen wurden zuletzt rund drei Milliarden Euro Verbindlichkeiten ausgewiesen. Windhorsts Gruppe erklärte, die Gesellschaft sei inzwischen inaktiv und das operative Geschäft in eine andere Struktur übertragen worden.
Zusätzlich war Windhorst mit mehreren Forderungen und Verfahren konfrontiert. Auch Nathaniel Rothschild verklagte ihn und ein verbundenes Schweizer Investmentvehikel wegen eines angeblich nicht zurückgezahlten Kredits.
Diese Entwicklungen machen deutlich, warum eine aktuelle Vermögensschätzung von 800 Millionen Euro mit großer Vorsicht behandelt werden muss.
Investor bei Hertha BSC
In Deutschland wurde Windhorst vor allem als Investor bei Hertha BSC bekannt. Im Juni 2019 kaufte Tennor zunächst 37,5 Prozent an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA.
Durch weitere Zahlungen wurde die Beteiligung später auf 49,9 Prozent und schließlich auf rund 64,7 Prozent erhöht. Insgesamt flossen nach übereinstimmenden Berichten ungefähr 374 Millionen Euro in den Berliner Fußballklub.
Windhorst wollte Hertha zu einem international erfolgreichen „Big City Club“ entwickeln. Sportlich erfüllten sich die Erwartungen jedoch nicht. Trotz hoher Transferausgaben kämpfte die Mannschaft zeitweise gegen den Abstieg.
Das Engagement lässt sich mit dem Investment von Hasan Ismaik beim TSV 1860 München vergleichen. In beiden Fällen führten die Interessen eines externen Kapitalgebers zu Konflikten mit dem jeweiligen Stammverein.
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
Warum verstieß das Investment nicht gegen 50+1?
Windhorst konnte mehr als die Hälfte der Kapitalanteile an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA erwerben, ohne die 50+1-Regel zu verletzen.
Entscheidend war, dass die Geschäftsführung weiterhin von der Komplementärgesellschaft kontrolliert wurde, die dem Hertha BSC e.V. zugeordnet war. Der Investor besaß damit zwar die wirtschaftliche Kapitalmehrheit, konnte aber nicht allein über sämtliche sportlichen und geschäftlichen Entscheidungen bestimmen.
Die Beteiligungsstruktur erklärt, weshalb Investoren theoretisch mehr als 49,9 Prozent der KGaA-Anteile halten können, ohne automatisch die Kontrolle über den gesamten Verein zu übernehmen.
Weitere Hintergründe zur wirtschaftlichen Rolle von Investoren und Unternehmen im Fußball bietet der Artikel über Sponsoring und Millioneninvestitionen im Profifußball.
Verkauf der Hertha-Anteile
Das Verhältnis zwischen Windhorst und Hertha BSC verschlechterte sich zunehmend. 2022 kündigte Tennor an, die Beteiligung wieder verkaufen zu wollen.
Im März 2023 wurde der Verkauf an die amerikanische Investmentgesellschaft 777 Partners abgeschlossen. Windhorst beendete damit sein Engagement bei Hertha und trat anschließend auch als Vereinsmitglied aus.
Die Tabellenangabe, Tennor halte weiterhin 49,9 Prozent an Hertha BSC, ist deshalb veraltet. Windhorst besitzt seit dem Verkauf keine bekannte Beteiligung mehr am Berliner Klub.
Der Kaufpreis wurde nicht vollständig veröffentlicht. Angesichts der insgesamt investierten 374 Millionen Euro wird allgemein von einem erheblichen Verlust ausgegangen.
La Perla und weitere Investments
Über Sapinda kaufte Windhorst 2018 die italienische Luxusmarke La Perla. Das Unternehmen war bereits zuvor wirtschaftlich angeschlagen.
Auch unter Tennor gelang keine dauerhafte Sanierung. Eine britische La-Perla-Gesellschaft wurde 2023 auf Antrag der Steuerbehörde liquidiert. Weitere Gesellschaften und Produktionsstandorte gerieten ebenfalls in Schwierigkeiten.
Probleme gab es zudem bei der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft und mehreren Tennor-nahen Unternehmen. Zwar kontrollierte Windhorst zeitweise ein weitreichendes Beteiligungsnetzwerk, doch ein großer Unternehmensbestand bedeutet nicht automatisch ein entsprechend hohes persönliches Nettovermögen.
Einen Gegenpol bietet das Vermögen von Investor Lawrence Stroll, dessen Unternehmensanteile stärker über börsennotierte Werte nachvollzogen werden können.
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
Luxusleben und private Besitztümer
Windhorst wurde über Jahre mit einem aufwendigen Lebensstil in Verbindung gebracht. Medien berichteten über Wohnsitze in London, Zürich und Monaco, Privatflüge sowie die rund 70 Meter lange Luxusyacht „Global“.
In Gerichtsverfahren wurde auch diskutiert, ob bestimmte private Luxusausgaben über Unternehmensgesellschaften finanziert wurden. Windhorst erklärte, solche Aufwendungen seien geschäftlich begründet gewesen.
Der Besitz einer Yacht, eines Privatjets oder teurer Immobilien liefert allerdings keine zuverlässige Aussage über das Nettovermögen. Solche Vermögenswerte können geleast, kreditfinanziert oder im Eigentum einer Gesellschaft sein.
Fazit: So hoch ist das Vermögen von Lars Windhorst
Das Lars-Windhorst-Vermögen wurde früher auf bis zu 800 Millionen Euro geschätzt. Für 2026 lässt sich dieser Betrag jedoch nicht seriös bestätigen.
Windhorst baute bereits als Jugendlicher ein internationales Handelsunternehmen auf und kehrte nach mehreren Insolvenzen immer wieder als Investor zurück. Mit Sapinda und später Tennor bewegte er Milliardenbeträge und investierte in Unternehmen, Luxusmarken und Fußball.
Die Insolvenz der zentralen Tennor Holding, offene Forderungen sowie zahlreiche Gerichts- und Insolvenzverfahren stellen die frühere Vermögensschätzung allerdings deutlich infrage.
Auch das Engagement bei Hertha BSC endete mit einem hohen Verlust. Die Anteile wurden bereits 2023 an 777 Partners verkauft. Eine aktuelle positive Bewertung seines Privatvermögens ist ohne verlässliche Angaben zu Vermögenswerten und Schulden nicht möglich.
Weitere interessante Artikel
- Hasan Ismaik: Vermögen des Investors von 1860 München
- Lawrence Stroll: Vermögen des Aston-Martin-Investors
- Die reichsten Unternehmer der Welt 2026
- Sponsoring im Profifußball: Wie rechnen sich die Millionen?
Wichtiger Hinweis: Die Inhalte dieses Magazins dienen ausschließlich Informations- und Unterhaltungszwecken und besitzen keinen Beratercharakter. Die bereitgestellten Informationen waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell. Eine Garantie für Vollständigkeit, Aktualität und Richtigkeit wird nicht übernommen, jegliche Haftung im Zusammenhang mit der Nutzung dieser Inhalte ist ausgeschlossen. Diese Inhalte ersetzen keine professionelle juristische, medizinische oder finanzielle Beratung. Bei spezifischen Fragen oder besonderen Umständen sollte stets ein entsprechender Fachexperte hinzugezogen werden. Texte können mithilfe von KI-Systemen erstellt oder unterstützt worden sein.
