Chris Steiner ist ein erfolgreicher österreichischer Unternehmer, der bereits mehrere Unternehmen aufgebaut hat, die über 100 Mio. Euro Umsatz erwirtschaftet haben. Seit Jahren beschäftigt er sich intensiv mit der Integration verschiedener KI-Tools in seine Unternehmen. Welche Möglichkeiten sich durch Künstliche Intelligenz für Menschen und Unternehmen bieten, besprechen wir im exklusiven Interview.
Herr Steiner, Sie sagen, Künstliche Intelligenz werde die Welt für immer verändern. Warum sind Sie sich da so sicher?
Chris Steiner: Weil wir es nicht mit einem kleinen Technologietrend zu tun haben, sondern mit einer Entwicklung, die in alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche hineinwirken wird. Viele Menschen unterschätzen das noch immer. Sie sehen KI als nettes Zusatztool, als Spielerei, als Hilfe beim Texten oder für ein paar Automatisierungen. Aber das greift viel zu kurz. KI ist dabei, die Art zu verändern, wie wir arbeiten, wie wir Entscheidungen treffen, wie wir verkaufen, wie wir kommunizieren und wie wir Unternehmen aufbauen. Und zwar grundlegend und radikal.
Das Entscheidende ist: Diese Veränderung passiert nicht irgendwann, sondern jetzt. Und wie bei jeder großen technologischen Umwälzung gibt es am Anfang immer dieselben Reaktionen. Ein Teil der Menschen hält das Thema für übertrieben. Ein anderer Teil schaut zu, wartet ab und glaubt, später immer noch aufspringen zu können. Genau das hat man beim Telefon gesehen, beim Internet, bei Social Media. Viele haben diese Entwicklungen verschlafen, obwohl die Signale längst sichtbar waren. Bei KI passiert gerade dasselbe – nur in deutlich höherem Tempo.
„Jede neue Technologie sorgt im ersten Moment für Widerstand. Wann jedoch hat Technologie-Widerstand zum langfristigen Erfolg geführt?“ – Chris Steiner
Was mich besonders beschäftigt: Die Mehrzahl der Menschen weiß noch gar nicht, was sie konkret tun soll. Sie spürt zwar, dass da etwas Großes kommt, aber sie hat keinen Plan, wo sie anfangen soll. Und genau darin liegt die eigentliche Gefahr. Nicht in der Technologie selbst, sondern in der Passivität, die von der Mehrzahl der Menschen an den Tag gelegt wird. Wer heute nur beobachtet, wird morgen von der Dynamik überrollt. Wer sich aber jetzt ernsthaft mit KI beschäftigt, sich einarbeitet und erste Anwendungen in den Alltag oder ins eigene Business integriert, kann in sehr kurzer Zeit enorme Produktivität aufbauen. Das gilt für Unternehmen genauso wie für Angestellte oder Menschen, die Unternehmer werden möchten.
Viele verbinden KI sofort mit Jobverlust. Sie argumentieren eher mit Chancen. Wo sehen Sie für Angestellte den größten Hebel?
Chris Steiner: Ein Angestellter kann heute unglaublich viel lernen – wahrscheinlich so viel wie nie zuvor in der Geschichte. Das ist für mich einer der spannendsten Punkte überhaupt. Früher war Wissen oft an Ausbildung, an Kurse, an teure Beratung oder an jahrelange Berufserfahrung gebunden. Heute kann sich jemand mit den richtigen KI-Tools innerhalb kurzer Zeit in Themen einarbeiten, für die man früher Monate oder Jahre gebraucht hätte. Das heißt nicht, dass Erfahrung wertlos wird, aber die Geschwindigkeit, mit der jemand Kompetenz aufbauen kann, nimmt massiv zu.
Wer angestellt ist, sollte KI deshalb nicht als Bedrohung betrachten, sondern als Verstärker in Bezug auf die eigenen Fähigkeiten. Ein guter Mitarbeiter kann mit KI plötzlich Aufgaben auf einem Niveau erledigen, für das früher mehrere Personen nötig waren oder externe Dienstleister zugekauft werden mussten. Das betrifft Recherche, Vorbereitung von Präsentationen, Auswertungen, Strukturierung von Prozessen, Entwürfe für E-Mails, Protokolle, Angebotsvorlagen, interne Wissenssammlungen oder die Vorarbeit für Vertrieb und Marketing. Wer das beherrscht, wird nicht unwichtiger, sondern wertvoller. Der persönliche Impact multipliziert sich.
Natürlich wird es Tätigkeiten geben, die unter Druck geraten. Vor allem dort, wo Arbeit stark standardisiert, wiederholbar und regelbasiert ist. Aber gerade deshalb muss der einzelne Mitarbeiter seinen Fokus verschieben: weg vom bloßen Abarbeiten, hin zu Steuerung, Bewertung, Kommunikation und Umsetzung. Der Mensch, der KI sinnvoll nutzen kann, wird nicht ersetzt. Er ersetzt eher den Teil seiner Arbeit, der ihn bisher ausgebremst hat für die wirklich wichtigen Dinge.
Wo schafft KI in Unternehmen schon heute messbaren Mehrwert und wo wird ihr Potenzial noch überschätzt?
Chris Steiner: Messbaren Mehrwert sehe ich heute vor allem überall dort, wo Routinetätigkeiten anfallen. Das beginnt bei einfachen administrativen Aufgaben und zieht sich durch fast jedes Unternehmen. Im Accounting kann KI vorbereitend unterstützen, Daten strukturieren oder Vorlagen liefern. Im E-Mail-Management hilft sie, Kommunikation zu sortieren, Antworten vorzubereiten und Prozesse zu beschleunigen. In Meetings kann sie transkribieren, Protokolle schreiben, To-dos ableiten und Inhalte sauber zusammenfassen. Im Vertrieb kann sie Gesprächsnotizen strukturieren, Nachfass-E-Mails formulieren und Kundenkommunikation personalisieren. Davon können Menschen bereits heute profitieren.
Der zweite große Hebel ist Geschwindigkeit. Viele Unternehmen haben nicht zwingend ein Wissensproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Ideen sind da, Informationen sind da, aber es fehlt an Tempo. KI reduziert genau diese Reibungsverluste. Sie bringt Dinge schneller in eine erste Form. Und in der Wirtschaft ist eine gute erste Version oft mehr wert als der perfekte Plan, der nie fertig wird.
„Wer KI ignoriert, verliert zuerst Zeit. Und am Ende den Markt“ – Chris Steiner
Überschätzt wird KI aus meiner Sicht dort, wo man glaubt, sie könne Verantwortung oder Urteilskraft ersetzen. KI liefert Vorschläge, Muster, Entwürfe, Analysen. Aber sie nimmt dem Unternehmer nicht die grundlegende Entscheidung ab. Sie trägt auch keine Verantwortung für Konsequenzen. Wer KI blind nutzt, ohne Ergebnisse zu prüfen, wird Fehler machen. Sehr wahrscheinlich sogar teure.
Dazu kommt: Nicht jeder wird morgen komplexe Agenten programmieren. Das muss man auch klar sagen. Es entsteht manchmal der Eindruck, als müsste jeder Unternehmer oder Mitarbeiter sofort zum Tech-Entwickler werden. Das ist Unsinn. Die meisten brauchen keine hochkomplexen Systeme, sondern ein solides Verständnis dafür, wie sie KI in bestehende Abläufe integrieren. Wer heute sauber prompten, Ergebnisse bewerten, Prozesse strukturieren und Anwendungsfälle erkennen kann, ist schon weit vor vielen anderen. Um dies zu können, benötigt man eben die Erfahrung, die ich angesprochen habe.
Welche Geschäftsbereiche lassen sich durch KI nicht nur effizienter machen, sondern komplett neu denken?
Chris Steiner: Alle Dienstleistungsunternehmen sollten sich diese Frage jetzt sehr ernsthaft stellen. Denn genau dort wird KI nicht nur Prozesse optimieren, sondern das gesamte Leistungsversprechen verändern. Wer Beratung, Wissen, Kommunikation oder andere Services verkauft, muss sich überlegen, wie viel davon künftig digital, personalisiert, skalierbar und rund um die Uhr verfügbar gemacht werden kann.
Nehmen wir den Kundenkontakt: Früher war man an Öffnungszeiten, Teamkapazitäten und Reaktionszeiten gebunden. Heute kann ein Unternehmen mit KI deutlich länger, schneller und strukturierter mit Kunden in Kontakt bleiben – 24/7. Im Sales entstehen völlig neue Möglichkeiten, weil Informationen aus Gesprächen sofort aufbereitet, Folgeprozesse automatisch vorbereitet und Anfragen individueller beantwortet werden können. Auch im Marketing ist die Individualisierung ein Gamechanger: Inhalte, Angebote und Botschaften lassen sich viel präziser auf Zielgruppen zuschneiden als früher. Die Abschlusswahrscheinlichkeit steigt massiv.

Wie verändert KI das Geschäftsmodell eines Unternehmers konkret?
Chris Steiner: Eigentlich durch alles gleichzeitig, aber der größte Denkfehler ist, nur auf Kostensenkung zu schauen. Natürlich spart KI Zeit und damit indirekt Geld. Natürlich lassen sich Ressourcen anders einsetzen. Aber wer KI nur als Sparmaßnahme versteht, denkt zu klein. Der wahre Hebel liegt darin, dieselben Ressourcen wirksamer einzusetzen und dadurch Wachstum zu erzeugen.
Ein Unternehmer muss sich fragen: Wo setze ich mein Team heute für Aufgaben ein, die morgen automatisierbar sind? Und was könnte dieses Team stattdessen leisten, wenn diese Zeit frei wird? Vielleicht intensivere Kundenbeziehungen. Vielleicht bessere Angebote. Vielleicht schnellere Produktentwicklung. Vielleicht mehr Vertrieb. KI verschiebt damit nicht nur Kostenstrukturen, sondern die gesamte Wertschöpfung.
KI ersetzt kein Leadership. KI liefert ein Fundament für gelingendes Leadership! – Chris Steiner
Bessere Entscheidungen sind ein zweiter großer Punkt. Unternehmer treffen laufend Entscheidungen unter Zeitdruck und mit unvollständigen Informationen. KI kann helfen, Informationen schneller zu strukturieren, Optionen sichtbar zu machen und Gedankengänge vorzubereiten. Sie ersetzt nicht den unternehmerischen Instinkt, aber sie kann ihn schärfen.
Und dann kommen die neuen Umsatzquellen. Wer früh versteht, wie sich Dienstleistungen mit KI erweitern oder ganz neu modellieren lassen, kann Angebote schaffen, die früher personell gar nicht skalierbar gewesen wären. Genau deshalb sage ich: Wer jetzt auf diesen Zug aufspringt, kann extremen Reichtum aufbauen. Nicht, weil KI magisch Geld erzeugt, sondern weil sie Produktivität, Reichweite und Skalierung auf ein neues Niveau hebt. Das Zeitfenster dafür ist offen, aber nicht ewig.
Was würden Sie jemandem raten, der das Thema bisher verdrängt hat?
Chris Steiner: Am Anfang verliert er Zeit, dann verliert er Effizienz, danach verliert er Marge. Und irgendwann verliert er Wettbewerbsfähigkeit. Genau in dieser Reihenfolge läuft es meistens. Der Markt bestraft Trägheit selten sofort, aber fast immer irgendwann.
Mein Rat ist deshalb radikal praktisch: nicht diskutieren, sondern anfangen. Jeder Unternehmer, jeder Angestellte, jeder Selbstständige sollte sich ab sofort mit KI beschäftigen. Nicht theoretisch, sondern täglich. Ein Tool abonnieren, Anwendungsfälle testen, Routinen entwickeln, Ergebnisse vergleichen. Wer heute zehn bis zwanzig Minuten pro Tag investiert, wird in ein paar Monaten ein völlig anderes Verständnis vom KI-Kosmos haben. Und dieses Verständnis ist dann bares Geld wert.
Wichtig ist nur: Man darf KI nicht wie Unterhaltung behandeln. Viele probieren ein bisschen herum, stellen zwei Fragen, sind kurz beeindruckt und hören wieder auf. So funktioniert Lernen nicht. Wer echte Resultate will, muss KI als Arbeitsinstrument verstehen. So wie früher Excel, das Smartphone oder Social Media für Vertrieb und Reichweite. Die Frage ist nicht mehr, ob KI relevant wird. Die Frage ist, wie schnell jemand in die Umsetzung kommt.
Der alte Satz stimmt heute mehr denn je: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Das klingt hart, aber genau so ist es. KI wird nicht jede Branche vollständig ersetzen. Aber sie wird die Business-Spielregeln fast überall verändern.
Herzlichen Dank für das interessante Gespräch!
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