Betriebliche Zusatzleistungen von Unternehmen an ihre Mitarbeiter sind nicht nur kostenloses Wasser, Obstkorb oder die Tischtennisplatte im Pausenraum. Mitarbeiter-Benefits, also Leistungen, die Unternehmen zusätzlich zum Gehalt zukommen lassen oder zur Verfügung stellen, sind nicht nur ein „Nice to Have“ für die Mitarbeiter, sondern können auch Vorteile für das Unternehmen selbst mit sich bringen.
Welche Möglichkeiten haben Unternehmen in Bezug auf steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse, welche Vorgaben müssen eingehalten werden und was sollte man in diesem Zusammenhang wissen?
Grundsätzliche Regeln und rechtliche Vorgaben
Grundsätzlich steht Unternehmen eine breite Palette an Zusatzleistungen zur Verfügung, die sie ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen können bzw. zukommen lassen können. Die wichtigste Regel: Der Wert der Benefits darf die Freigrenze von 50 Euro pro Mitarbeiter und Monat (600 Euro pro Jahr) nicht übersteigen, um steuer- und sozialversicherungsfrei zu bleiben. Überschreitet der monetäre Wert der Zuwendung diesen Freibetrag, muss diese vollumfänglich als geldwerter Vorteil versteuert werden. Mit dieser Regelung soll sichergestellt werden, dass Arbeitgeber ihren Mitarbeitern keine übermäßig hohen monetären Vorteile zukommen lassen, ohne die entsprechenden Abgaben zu entrichten. Darüber hinaus gelten folgende Regelungen:

– Sofern ein Betriebsrat vorhanden ist, hat dieser bei der Einführung von Mitarbeiter-Benefits ein Mitbestimmungsrecht. Er muss insbesondere bei der Festlegung der Verteilungsgrundsätze einbezogen werden.
– Je nach Branche können Mitarbeiter-Benefits tarifvertraglichen Bestimmungen unterliegen, die bei der Gewährung der Benefits selbstverständlich berücksichtigt werden müssen.
– Arbeitgeber müssen den Gleichbehandlungsgrundsatz einhalten, der besagt, dass Benefits diskriminierungsfrei und gerecht verteilt werden müssen.
– Auf Grundlage des Nachweisgesetzes müssen sämtliche Benefits schriftlich nachgewiesen und klar dokumentiert werden.
Monetäre Benefits
Direkte Geldleistungen, die über das Grundgehalt hinausgehen, können monatlich, jährlich oder auch anlassbezogen gezahlt werden. Bis zu 600 Euro jährlich können so steuerfrei als Alternative zu einer Gehaltserhöhung oder auch in Form von Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld oder Mietzuschuss direkt aufs Konto überwiesen werden. Bei besonderen Anlässen, etwa Geburtstagen, Hochzeiten oder Jubiläen, dürfen darüber hinaus bis zu 3 Mal pro Jahr Geschenke bis maximal 60 Euro pro Anlass an Mitarbeiter vergeben werden.
Sachleistungen
Unter Sachleistungen versteht man Benefits, von denen Mitarbeiter auch finanziell profitieren können, ohne ihnen dafür direkt zusätzliches Geld zu bezahlen. Das können zum Beispiel spezielle Vergünstigungen, Rabatte, Bonusprogramme, Dienstsmartphone/Laptop, Gutscheine oder auch Sachbezugskarten sein. Sachbezugskarten sind im Prinzip Prepaid-Kreditkarten, die im Gegensatz zu Gutscheinen, die meist an einen bestimmten Verwendungszweck gebunden sind, flexibel genutzt werden. Nähere Informationen zur Funktionsweise stellt das unabhängige Vergleichsportal mitarbeiterkarten24 auf seiner Webseite zur Verfügung.
Mobile Zusatzleistungen
ÖPNV-Tickets, Fahrrad-Leasing, Carsharing oder auch flexible Mobilitätszuschüsse können die Mobilität der Mitarbeiter erhöhen und machen den Arbeitsplatz attraktiver.
Gesundheits-Benefits
Gesundheitliche Benefits wie Sportkurse, regelmäßige Gesundheitschecks, Mitgliedschaften in Fitnessstudios oder Präventionskurse zielen darauf ab, die körperliche und mentale Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern.
Vorteile für Unternehmen
Während Mitarbeiter hauptsächlich finanziell von Benefits profitieren können oder finanziell entlastet werden, ergeben sich für Unternehmen vor allem strategische Vorteile. Zunächst einmal wird ein Unternehmen insgesamt attraktiver als Arbeitgeber, was die Anwerbung neuer, talentierter Fachkräfte erleichtert. In einem immer Wettbewerbs-intensiveren Arbeitsmarkt können attraktive Zusatzleistungen stark dazu beitragen, qualifiziertes Personal zu finden und auch langfristig zu binden.
Angesichts des andauernden Fachkräftemangels wird dieser Aspekt in Zukunft immer wichtiger für den Erfolg von Unternehmen sein. Darüber hinaus tragen Benefits auch dazu bei, das Arbeitsklima zu verbessern, da sie die Arbeitsmotivation der Mitarbeiter steigern. Benefits, bei denen aktiv die Gesundheit der Mitarbeiter gefördert wird, haben häufig auch einen positiven Einfluss auf Krankmeldungen. Insgesamt ergeben sich also folgende Vorteile für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern Benefits zur Verfügung stellen:

– Verbesserung des Unternehmensimage
– Erleichterung beim Anwerben neuer Mitarbeiter
– Steigerung von Mitarbeitermotivation und Zufriedenheit
– Stärkung der Mitarbeiterbindung
– weniger Krankmeldungen (Gesundheits-Benefits)
Fazit
In der modernen Wirtschaft müssen Unternehmen sich optimal positionieren und innovative Wege gehen, um talentierte Fachkräfte zu finden und vor allem zu binden. Benefits spielen, neben anderen Faktoren, eine zentrale Rolle dabei, denn sie stärken sowohl die Attraktivität des Arbeitgebers als auch die Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter. Durch Mitarbeiter-Benefits können Unternehmen ihren Mitarbeitern ihre Wertschätzung ausdrücken und dabei selbst von einigen Vorteilen profitieren.
Strategisch eingesetzt, können Benefits das Unternehmensimage langfristig verbessern und eine positive Unternehmenskultur schaffen. Insgesamt sind Mitarbeiter-Benefits also keine bloßen Extras, sondern wichtige Instrumente für modernes Personalmanagement und nachhaltigen Unternehmenserfolg.
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