In vielen Unternehmen ist Veränderung längst kein Ausnahmezustand mehr, sondern Alltag. Damit rückt Führung automatisch stärker in den Mittelpunkt.
Kaum jemand verbindet die Themen Führung, Klarheit und wirksame Kommunikation so konsequent wie Unternehmer und Keynote-Speaker Sascha Oehlbrecht.
Im Gespräch mit dem LeaderMagazin erklärt er, warum Präsentation und Storytelling für ihn zu den zentralen Führungskompetenzen in Zeiten starken Wandels gehören – weit über „schöne Folien“ hinaus.
Er zeigt, wie Führungskräfte ihre Botschaften so entwickeln und vermitteln können, dass Teams daraus Orientierung, Sinn und Energie gewinnen.
Wie fördert das Training „Executive Presentation & Storytelling“ gezielt die emotionale Verbindung zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden?
Sascha Oehlbrecht: Nachhaltige Führung beginnt mit dem Verständnis dafür, wie unterschiedlich Menschen denken und was sie wirklich erreicht. Wer Emotionen bewusst einsetzt und Geschichten so erzählt, dass Menschen sich darin wiederfinden, schafft Orientierung und Verbindung – und macht aus Worten Handlungen.
Unsere Erfahrung aus Teamworkshops, Trainings und langjährigen Transformationsprozessen zeigt: In rund 85 Prozent der Fälle entscheidet die Qualität von Kommunikation und Rhetorik darüber, ob Veränderung gelingt. Informationen entfalten erst dann Wirkung, wenn sie Emotionen auslösen, Verbindung schaffen und Menschen in Bewegung bringen.
Genau hier setzt unser Training an. In dieser Form ist es im Markt einzigartig – und gleichzeitig das einzige Training aus unserer Arbeit, das wir auch offen anbieten. Es zeigt, warum der kommunikative Aspekt oft der erste Schritt zu besseren Resultaten ist. Denn in der Führung entscheidet nicht nur, was gesagt wird, sondern vor allem wie. Wird Kommunikation bewusst eingesetzt, kann Wandel anders erlebt werden: nicht als Belastung, sondern als Chance – und im besten Fall sogar als Wettbewerbsvorteil.
Wie stellen Sie die Qualität des Trainings sicher und welchen didaktischen Prinzipien folgt es?
Sascha Oehlbrecht: Seit mehr als zehn Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Psychologie und Kommunikation und habe mich bei einigen der besten Trainer weiterbilden lassen. Zwei Semester in Yale schulten mich ebenso im psychologischen Bereich.
Mich treibt die Frage an, wie Menschen Informationen wirklich aufnehmen, welche Rolle Persönlichkeitstypen und Prägungen dabei spielen und unter welchen Bedingungen sie innerlich von der Erkenntnis in die Handlung gehen. Deshalb löse ich mich bewusst von klassischer Pädagogik und setze auf umsetzungsorientiertes Lernen und dem sogenannten “Super Learning”: Inhalte werden so gestaltet, dass alle Wahrnehmungskanäle offen bleiben, der direkte Zugang zu Emotionen möglich wird und Präsentationen nicht nach wenigen Augenblicken im mentalen Filter landen. Nach etwa drei Sekunden entscheidet sich, ob ein Vortrag trägt oder verloren ist, und genau dieses kurze Zeitfenster nutze ich, um emotionale Anker zu setzen, bevor Aufmerksamkeit und Mehrwert verpuffen.
In meinen Trainings verbinde ich diese suggestopädischen Prinzipien mit klarer Struktur, damit Wissen bis in die unbewusste Kompetenz wandern kann. Ab der ersten Sekunde erhalten die Teilnehmenden eine Reihe ganz konkreter Bausteine an die Hand, die sie direkt in ihre eigene Kommunikationspraxis integrieren können, unabhängig davon, ob sie mit einer einzelnen Person sprechen oder vor einer großen Gruppe stehen.
Meine Erfahrung zeigt, dass diese Herangehensweise messbare Wirkung hat: Sobald wir dieses Kommunikationsdesign konsequent in Pitches einsetzen, erreichen wir regelmäßig Abschlussquoten von rund 97 Prozent, und dieselben Mechanismen funktionieren ebenso in Verkaufsgesprächen, Mitarbeitergesprächen und allen anderen Situationen, in denen Worte Verhalten auslösen sollen.

In welcher Form wird das eigene Storytelling-Konzept reflektiert und an die individuelle Führungspersönlichkeit angepasst?
Sascha Oehlbrecht: Über das gesamte Training hinweg arbeiten wir mit unterschiedlichen Übungsformaten, in denen Teilnehmende offenes und ehrliches Feedback sowohl von mir als Trainer als auch von den anderen Teilnehmenden bekommen. Dabei analysieren wir bestehende Skills sehr genau und entwickeln Schritt für Schritt ein individuelles Konzept, das eng an die Persönlichkeit als Führungskraft gekoppelt ist – mit klaren Feedbackschleifen, Reflexion und direkter praktischer Anwendung.
Dafür habe ich eine Strukturvorlage entwickelt, mit der sich Vorträge, Mitarbeitergespräche oder sogar Pitches systematisch aufbauen lassen. Im Verlauf des Seminars wird diese Vorlage Schritt für Schritt auf die Teilnehmenden zugeschnitten: ihr persönlicher Pitch, ihre eigene Art der Einleitung, ihr zentrales ultimatives Tool, das sie in unterschiedlichsten Kontexten einsetzen können. So entsteht eine klare Struktur, mit der sie in Gesprächen und Präsentationen eine echte emotionale Verbindung zu ihrem Gegenüber aufbauen können.
Storytelling ist dabei eine der Methoden, die wir besonders intensiv bearbeiten. Ich zitiere René Borbonus in diesem Zusammenhang gern: “Wir erzählen Geschichten, damit Kinder einschlafen – und Erwachsene aufwachen.”
Mit Storytelling schlagen wir eine emotionale Brücke, die Inhalte verankert, statt sie einfach nur zu „senden“. In der Kombination aus Suggestopädie und Storytelling entstehen Lernprozesse, die deutlich nachhaltiger wirken. Unsere Erfahrung zeigt: Die Behaltensquote liegt bei rund 60 Prozent. Genau das macht diese Form der Führungskommunikation so wirkungsvoll.
Welche konkreten Trainingsmethoden fördern die multisensorische Einbindung der Teilnehmenden?
Sascha Oehlbrecht: Wir arbeiten intensiv mit Stimm- und Atemübungen, mit rhetorischen Stilmitteln und bewusster Körpersprache, damit Botschaften nicht nur verstanden, sondern auch gespürt werden.Statt Folien abzuspulen, entsteht direkte Wirkung im Raum. Die Inhalte entwickeln wir gemeinsam an drei Flipcharts, die das Seminar kontinuierlich begleiten. Am Ende stehen oft 50 bis 60 prall gefüllte Seiten – und jede davon wird aktiv in den Lernprozess eingebunden. Das Entscheidende dabei: Das Wissen, das wir brauchen, steckt bereits in den Teilnehmenden: wir holen es nur strukturiert hervor, schaffen einen geschützten Rahmen zum Ausprobieren, geben klares Feedback und integrieren dieses unmittelbar in die nächste Übung. So fühlen sich neue Muster oft schon nach zwei Tagen erstaunlich selbstverständlich an. Genau darin unterscheidet sich das Seminar von klassischem Unterricht. Es gibt zwar einen klaren inhaltlichen Rahmen – die eigentliche Erarbeitung ist jedoch hochgradig interaktiv, erfahrungsbasiert und wird konsequent an die jeweilige Führungspersönlichkeit angepasst..
Welche Bewertungskriterien oder Feedbackmechanismen nutzt das Training, um den Transfer der erlernten Präsentationstechniken in den beruflichen Alltag zu sichern?
Sascha Oehlbrecht: Nach einigen Tagen oder Wochen findet eine Feedback- und Umsetzungssession mit den Teilnehmenden statt, in der wir Praxisübungen aufgreifen, individuelle Analysen vornehmen und direkte Rückmeldungen geben.
Der Transfer in den Alltag wird durch Prinzipien wie die 72-Stunden-Regel unterstützt, denn alles, was in diesem Zeitraum bewusst ausprobiert und angewandt wird, verankert sich deutlich nachhaltiger, weshalb die Praxisübungen im Programm fortlaufend weitergeführt werden. Etwa vier Wochen nach dem Seminar treffen wir uns zusätzlich in einem virtuellen Format wieder, reflektieren Erfahrungen, klären offene Fragen und regen die Teilnehmenden dazu an, untereinander kleine Mastermind-Gruppen zu bilden, in denen sie sich gegenseitig begleiten und über weitere Challenges im Anschluss am Ball bleiben.
Ohne konsequente Anwendung bleibt jedes Kommunikationstraining theoretisch. Mit maximal sechs Teilnehmenden pro Seminar sichern wir ein sehr persönliches Arbeiten und wer seinen Vortrag oder seine Keynote gezielt ausbauen möchte, kann dafür noch einmal zwei Tage eins zu eins mit mir nutzen, um die eigene Wirkung als Unternehmerin oder Unternehmer spürbar zu steigern.
Herzlichen Dank für das Gespräch!
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